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„DIE ZEIT IST KAPUTT" von Klaus Kordon "Die Lebensgeschichte des Erich Kästner“. Geschrieben hat Klaus Kordon dieses Buch für Jugendliche ab 14 Jahren. Es ist für Erwachsene genau so interessant, denn die Lebensgeschichte des 1899 geborenen Schriftstellers Kästner spiegelt die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts wider. Keine trockene Biographie also, sondern vielmehr ein spannendes Geschichtsbuch. Kindheit in Dresden, das Berlin der 20er Jahre, zwei Weltkriege und natürlich sein literarisches Schaffen sind die Themen. Übrigens: Bei uns finden Sie nicht nur die Kinderbücher von Erich Kästner, sondern ebenso Gedichte, den Roman „Fabian“, Verfilmungen auf DVD, Hörbücher. U.a. auch die Vertonung mit Stimme und Musik „Als ich ein kleiner Junge war“ – manche waren vor einigen Jahren bei unserer Veranstaltung auf Schloß Liebenstein mit Walter Sittler dabei und erinnern sich noch. "DAS LICHT IN EINEM DUNKLEN HAUS" von Jan Costin Wagner - Ein Tipp unseres Bürgermeisters Ein Deutscher, der die besten Krimis aus Skandinavien schreibt? Mit "Das Licht in einem dunklen Haus", gelingt Jan Costin Wagner es als Deutschem tatsächlich, einen Krimi in Finnland spielen zu lassen und dabei den typischen Ton der bekannten Krimis aus Skandinavien zu treffen. Vielleicht sogar besser. Sein Kommissar Kimmo Joentaas ermittelt einen Serienmörder, der versucht mit seinen Morden, ein traumatisches Kindheitsereignis zu bewältigen. Gebrochene Persönlichkeiten auf der Seite des Verbrechens und der Polizei, genauso wie seltsame Lebensläufe, ist man bei den Kriminalromanen aus Skandinavien ja gewohnt, aber bei Jan Costin Wagner erscheinen sie noch dunkler und zerissener als sonst. Also ist "Das Licht in einem dunklen Haus" für Fans quasi ein Muss. Wobei ich für alle Finnen nur hoffen kann, dass sich bei ca. 5 Millionen Einwohnern, die Anzahl der Persönlichkeiten die sich in den Krimis herumtreibt, deutlich unter dem Schnitt liegt, der in den Kriminalromanen vorkommt. Denn sonst wäre das Leben wohl nur schwer zu ertragen. Ich habe die Finnen und Schweden jedenfalls deutlich zugänglicher erfahren, als sie in den Romanen vorkommen. Also, meine Empfehlung: Den Krimi lesen und sich von Skandinavien im Urlaub einen persönlichen Eindruck verschaffen. (MD)
"EINLADUNG INS MITTELALTER" von Horst Fuhrmann - Ein Tipp unseres Bürgermeisters Das Buch von Horst Fuhrmann "Einladung ins Mittelalter", ist sicherlich für alle interessant, die historische Romane lesen, oder sich überhaupt mit dem Mittelalter beschäftigen. Dem Geschichtsprofessor Fuhrmann gelingt es nämlich hervorragend, wissenschaftliche Erkenntnisse über das Leben und die Gedankenwelt des Mittelalters zu vermitteln. Dabei räumt er mit mancher Mähr über Ritter und das einfache Leben auf, das in einigen zur Zeit so beliebten "historischen" Romanen gepflegt wird. Außerdem gelingt es ihm, die uns heute manchmal absurd vorkommende Geisteshaltung der Menschen im Mittelalter, zu erläutern. Horst Fuhrmann zeigt zudem die Entwicklung vom Beginn des Mittelalters über das Hochmittelalter bis zur Neuzeit auf und macht deutlich, welche Gepflogenheiten aus dem Mittelalter noch heute nachwirken. (MD)
"DIE BLAUE LISTE" von Wolfgang Schorlau - Ein Tipp unseres Bürgermeisters Wolfgang Schorlau verbindet in seinem ersten Roman mit dem Privatermittler Georg Dengler, drei Ereignisse die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Den Mord an Carsten Detlev Rohwedder, dem damaligen Präsidenten der Treuhand. Den Absturz einer Maschine der Lauda Air über Thailand und die Polizeiaktion in Bad Kleinen, bei der das RAF-Mitglied Wolfgang Grams erschossen wird. Vieles erscheint im Roman tatsächlich denkbar, manchmal etwas überzogen, aber die Geschichte ist immer sehr dicht geschrieben. Besonders interessant erscheint mir der wirtschaftspolitische Hintergrund, bei dem die Idee der Genossenschaft eine wichtige Rolle spielt. Vorallem auch deshalb, weil wir in unserer Gemeinde mit der BürgerEnergie Genossenschaft diese Idee gerade wieder neu beleben und gleichzeitig mit der Fusion unserer Winzergenossenschaft erleben, wie ein Stück Genossenschaftsgeschichte zu Ende geht. Was wäre gewesen, wenn viele Betriebe in der DDR zu Genossenschaften geworden wären, anstatt sie zu verkaufen? "Die blaue Liste" ist keine leichte Kost und für einen Krimi sehr politisch, aber immer spannend. (MD)
"INSELZIRKUS" von Gisa Pauly Der Roman von Gisa Pauly ist auch für Leser interessant, die nicht unbedingt ein Faible für Krimis haben. Die Handlung ist zwar durch die unerwarteten Wendungen und unterschiedlichen Handlungsstränge manchmal komplex – aber durchaus gespickt mit Situationskomik und Schilderungen, bei denen sich mancher Aha-Effekt einstellt. Der ermittelnde Kommissar ist der Schwiegersohn der Hauptperson Mamma Carlotta und verwitweter Vater von zwei Teenagern. Mamma Carlotta kommt aus Italien immer wieder für längere Zeit nach Sylt, um sich dort um die Familie zu kümmern. Leider gerät sie immer wieder – natürlich völlig unfreiwillig – in die Ermittlungen ihres Schwiegersohns, die sie dann auf unkonventionelle Weise unterstützt. Ein unterhaltsames Taschenbuch – nicht nur für Nordsee-Urlauber.
"FREIHEIT" von Jonathan Franzen - Ein Tipp unseres Bürgermeisters "Freiheit" von Jonathan Franzen wird von der internationalen Literaturkritik als der neue große amerikanische Erzählepos gefeiert. Franzen beschreibt sehr umfangreich und intensiv eine amerikanische Mittelstandsfamilie. Man wird als Leser in die Entwicklung der Familien Berglund eingebunden und entwickelt ein Verständnis für das gesellschaftliche Umfeld. Der Naturschutz in den USA, die Auseinandersetzungen des liberalen Bildungsbürgertums mit der Repubilkanischen Partei, der Gegensatz des Mittelwestens zur Ostküste. All das und das auf und ab der Beziehungen einer Familie komprimiert Franzen in der Familie Berglund. Ein Sittengemälde unserer Zeit, ähnlich wie Thomas Mann es bei den Buddenbrooks gezeichnet hat. Ein Roman, der mit seinen über 700 Seiten gut in die Pfingst- oder Sommerferien passt. (MD)
"DAS WAR ICH NICHT" von Kristof Magnusson In seinem Buch „Das war ich nicht“ erzählt der junge deutsche Autor die Geschichte dreier völlig unterschiedlicher Personen, die sich nach und nach miteinander verflechten. Dies gelingt ihm auf so unterhaltsame Weise, dass man das Buch ruckzuck durchliest. Ein junger Bankangestellter auf dem Weg zur großen Karriere, eine Literaturübersetzerin, die aus der Vergangenheit aufs Land flieht und ein Bestseller-Autor mit Schreibblockade und Angst vor dem Altern – skurril, spannend, ein Lesetipp!
"ERBARMEN" von Jussi Adler Olsen. Tipp von Bürgermeister Mario Dürr: Der Däne Jussi Adler Olsen hat mit "Erbarmen" einen neuen Skandinavien-Thriller heraus gebracht. Ein Kommissar, der bei einem Einsatz schwer verletzt wird und zwei Kollegen verliert, wird in ein neu gegründetes Sonderdezernat abgeschoben. Hier soll er, alte, bisher nicht gelöste Fälle bearbeiten. So beginnt der Krimi "Erbarmen" und Carl Mørk startet in sein Ermittlerleben. Gleich der erste Fall, den er zusammen mit seinem syrischen Assistenten klären soll, ist natürlich spektakulär. Eine junge, aufstrebende Politikerin ist spurlos verschwunden. Und wie es sich für einen klassischen Krimi aus Skandinavien gehört, ist die Geschichte sehr düster und der Kommissar und sein Assistent fallen aus dem normalen Rahmen. Außerdem sind ihre Ermittlungsmethoden natürlich auch nicht immer üblich. Also, alles vorhanden, was ein echter Fan braucht. Gott sei Dank, gibt es in der Realität in Skandinavien nicht nur Psychopaten und seltsame Polizisten. Wer allerdings unsere nördlichen Nachbarn nur über diese Krimis kennen würde, dem müsste Schweden, Dänemark und Norwegen schon reichlich seltsam vorkommen. Wer also Larrson, Nesbø und andere mag, dem wird Olsen auch gefallen. (MD)
"GOODBYE LEMON" von Adam Davies Eine Familiengeschichte zwischen Tragik und Komik. Jack kehrt nach vielen Jahren wieder in sein Elternhaus zurück. Dort warten sein alkoholkranker Bruder und seine Eltern auf ihn, nachdem sein Vater einen schweren Schlaganfall erlitten hat. Jack leidet unter einem alten Familiengeheimnis, das der Vater mit ins Grab zu nehmen droht. Erst als diese Unwissenheit auch Jacks Liebesbeziehung in Mitleidenschaft zieht, findet er die Kraft zu handeln. „Einfühlsam und pointiert dargestellt“ (Spiegel online) und eindeutig eine Lektüre wert!
"DEUTSCHLAND SCHAFFT SICH AB" von Thilo Sarrazin. Tipp von Bürgermeister Mario Dürr: Die neueste Erwerbung unserer Bücherei ist eines der zur Zeit umstrittensten Bücher in der Bundesrepublik: "Deutschland schafft sich ab" von Thilo Sarrazin. Es wurde schon jede Menge über das Buch geschrieben, aber wie bei so vielen Dingen, über die heftig gestritten wird, ist es eben auch bei "Deutschland schafft sich ab". Beim zweiten Blick wird vieles deutlich unaufgeregter. Sarrazin führt zu Beginn seines Buches eine interessante Analyse zum Zusammenhang zwischen Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaftskraft und der Zuwanderung durch. Dieser Teil ist kaum umstritten und auch seine Schlussfolgerungen sind großenteils nachvollziehbar. Es wird einmal mehr deutlich, daß es ohne Zuwanderung kaum gehen wird. Diese muss aber aktiv gesteuert und positiv belegt werden, um die Bundesrepublik für junge und gutausgebildete Zuwanderer interessant zu machen. Seine Theorien zu den bestehenden Zuwanderemilieus und deren Bildungsferne sind teilweise nachvollziehbar, allerdings teilweise auch sehr pauschaliert und erfolgreiche Integration findet bei Sarrazin gar nicht statt, obwohl es diese ebenfalls häufig gibt. Was sich Herr Sarrazin wirklich hätte sparen können, sind seine Theorien zur Vererbungslehre. Ich denke, er hat damit der Diskussion, zumindest bei der Steuerung der Zuwanderung, mehr geschadet als geholfen. Zum Schluss seines Buches stellt der Autor noch zwei mögliche Entwicklungsszenarien unseres Landes bis 2040 vor. Vorallem sein positiv Szenario enthält einige interessante Vorschläge. Allerdings und das ist wieder typisch Sarrazin, stellt er voran, daß sich diese Vorschläge nur nach einem großen Anschlag mit islamistischen Hintergrund politisch durchsetzen läßt. Nichts desto trotz ein Buch das man lesen sollte und das sicherlich dazu beiträgt, auch die Schattenseiten der Zuwanderung in unserem Land wahr zu nehmen. Denn diese Schattenseiten gibt es und sie wurden von einigen bisher wohl bewußt ausgeblendet. (MD)
Lesetipp unseres Bürgermeisters: "NICHTS" von Janne Teller Wer bei "Nichts" von Janne Teller ein einfaches Jugendbuch erwartet und bei der Unterzeile "Was im Leben wichtig ist" auch noch glaubt, leichte 140 Seiten vor sich zu haben, der wird schon auf den ersten beiden Seiten überrascht. Denn "nichts bedeutet irgendwas, das weiß ich seit Langem. Deshalb lohnt es sich nicht, irgend etwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden". So sitzt der Schüler Pierre Anthon im Pflaumenbaum der Erkenntnis und stürzt seine Mitschüler in die Suche nach dem Sinn des Lebens. Die Mitschüler errichten daraufhin den Berg aus Bedeutung und dieses Vorhaben nimmt Formen an, die einen erschaudern lassen. Bei Jugendbüchern gibt es ja manchmal den Hinweis, daß sie auch gut von Erwachsenen gelesen werden können. Bei "Nichts", stellt sich die Frage an einigen Stellen eher umgekehrt. (MD)
Lesetipp unseres Bürgermeisters: "DER KOCH" von Martin Suter Martin Suter gelingt mit seinem Buch "Der Koch" ein interessanter Einblick in die Schweizer Gesellschaft. Anwälte die von Beziehungspflege leben, die weltweite Finanzkrise, der Bürgerkrieg in Sri Lanka, die größtenteils abgeschottet lebende tamilische Exilantengemeinde in der Schweiz, "Love Food" ein Cateringservice fürs diskrete Tête-á-Tête. Das sind die Zutaten für diesen Roman. Die Geschichte beginnt, als Maravan ein tamilischer Asylbewerber, der als Hilfskoch im Sternelokal Huwyler arbeitet, sich einen Rotationsverdampfer "ausleiht", um die ayurvedisch-aphrodisische mit der Molekularküche zu kombinieren. Damit beginnt die interessante Geschichte des Cateringservice "Love Food". Endlich mal ein Buch in dem das Kochen eine wichtige Rolle spielt und dessen Niveau deutlich über den aktuellen Küchenschlachten, Lichtern und Lafers liegt. Außerdem sind alle Rezepte, die im Buch vorkommen, im Anhang abgedruckt. Es lohnt das Buch zu lesen und die Hobbyköche unter uns, können sich ja an den Rezepten versuchen. (MD)
Mutmachbuch für Angehörige von Alkoholabhängigen In diesem Buch berichten sechs Angehörige aus ihrem Leben. Jeder dieser Erfahrungsberichte rüttelt wach und kann Orientierungshilfe für Betroffene sein. Desweiteren enthält das Buch einen Informationsteil sowie zahlreiche Adressen und Literaturtipps. Die Herausgeberin ist Sozial- und Familientherapeutin und tätig in einer Beratungsstelle für Menschen mit Alkoholproblemen. Weitere Neuerwerbungen zum Thema sind: Drogen & Sucht – alles was Sie wissen müssen. Das große Handbuch über die Wirkungsweisen legaler und illegaler Drogen und über das Suchtverhalten, das sie auslösen können. Außerdem fundierte Ratschläge zu Drogenmissbrauch, Suchtverhalten und Vorbeugung. Das Ende meiner Sucht. Der renommierte Arzt und Wissenschaftler Olivier Ameisen schildert seinen Weg aus der Alkoholabhängigkeit.
Zwei neue Sachbücher zum Thema „Burnout-Syndrom“ Das Burnout-Syndrom. Matthias Burisch. Theorie der inneren Erschöpfung. Zahlreiche Fallbeispiele. Hilfen zur Selbsthilfe. Dr. Burisch ist Professor für Psychologie an der Universität Hamburg. Wer sich fundiert und nicht nur oberflächlich mit diesem Syndrom auseinandersetzen möchte - oder muss - ist mit diesem strukturiert gegliederten Sachbuch gut bedient. Der Experte zu diesem Thema spricht Fachleute sowie Betroffene an. „Top im Job – Ohne Burnout durchs Arbeitsleben“. Dagmar Ruhwandl. Praktische Ratgeber mit hilfreichen Tipps zur Prävention, Diagnose und Behandlung. Mit hilfreichen Links und Literaturlisten im Anhang. Sehr praxisorientiertes Buch, auch sinnvoll für Kollegen und Angehörige von Betroffenen.
"AXOLOTL ROADKILL" von Helene Hegemann Helene Hegemann die vom SPIEGEL als Lieblingskind der Boheme beschrieben wurde, hat mit ihrem ersten Roman "Axolotl Roadkill", gleich einen Bestseller vorgelegt. Axolotl Roadkill erinnert im Stil und auch im Inhalt, an den Roman "Faserland" von Christian Kracht aus den 90' Jahren. Auch Helene Hegemann beschreibt ein Lebensumfeld, indem es keinen festen Rahmen gibt. Der Roman spielt in Berlin, mit all den Facetten des gesellschaflichen Lebens in einer Großstadt. Ein ständiges hin- und her zwischen Extremen. Helene Hegemann zeigt mit der Hauptfigur Mifti ein Leben, das zwar völlig grenzenlos, vulgär und frei erscheint, aber gleichzeitig unendlich einsam. Es gibt keinerlei Orientierung, kein gut, kein schlecht. Beim Lesen mancher Textstellen verschwimmt die Realität mit einem Ausschnitt aus einem Drogenrausch, so wie das Leben der Hauptdarstellerin selbst. (MD)
"AM ANFANG WAR DIE NACHT MUSIK" von Alissa Walser Alissa Walser, die Tochter von Martin Walser, beschreibt in ihrem zweiten Roman, "Am Anfang war die Nacht Musik", den Arzt Franz Anton Mesmer, der im Jahr 1777 versucht, das blinde musikalische Wunderkind Maria Theresia Paradis zu heilen. Dabei läßt Alissa Walser eine Zeit auferleben, in der Musik eine enorm wichtige gesellschaftliche Rolle spielt und mit viel Phantsie und Begeisterung wichtige musikalische Entwicklungen entstehen. Gleichzeitig versuchen Mediziner, mit aus unserer heutigen Sicht halbwissenschaftlichen Erkenntnissen, aber genau so viel Phantasie, neue Heilmethoden zu entwickeln. Was Franz Anton Mesmer selbst, im Roman zu der Formulierung gegenüber seiner Patientin führt, "Sie solle froh sein, daß sie die ärztliche Behandlung überlebt hat. Heutzutage müsse ein Kranker vor allem den Arztbesuch überstehen." In der vollen Überzeugung, daß seiner "magnetische Methode" die Anerkennung der akademischen Gesellschaft natürlich zusteht. Nachdem ihm in Wien der Durchbruch mit seiner "magnetische Methode" nicht gelingt, übersiedelt er nach Paris und gründet dort eine Schule. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr).
"AN EINEM TAG WIE DIESEM" von Peter Stamm Der Protagonist dieses kurzweiligen Romans fühlt sich wie festgefahren in seinem Leben als Deutschlehrer in Paris. Eines Tages beschließt er von heute auf morgen, aus dieser Situation auszubrechen, verkauft seine Wohnung und macht sich auf den Weg. Er fragt sich, was er bisher erlebt hat, wohin sein Leben führen wird. Der Weg in seine Heimat, die Begegnungen mit Menschen, die ihm früher etwas bedeuteten, werden zu einer Suche nach sich selbst.
"LIMIT" von Frank Schätzing In seinem zweiten Bestsellerroman "Limit", beschäftigt sich Frank Schätzing mit der Frage, wie das Energieproblem der Menschheit gelöst werden kann. Auf dem Mond befinden sich im Jahr 2025, die Vereinigten Staaten und China im Wettlauf um den Abbau von Helium-3. Die Raumfahrt der westlichen Welt ist weitesgehend in privater Hand und das auf dem Mond gewonnene Helium-3 wird auf der Erde in Fusionsreaktoren zur Energiegewinnung genutzt. Die Helium-3 Gewinnung und die Fusionsreaktoren werden von Orley Enterprises mit ihrem exzentrischen Konzernchef Julian Orley beherrscht. Um diesen Kern der Geschichte, spinnt Frank Schätzing die Geschichte einer Gruppe von Weltraumtouristen und der Jagd nach der chinesischen Dissidentin "Yoyo". Ein mit 1304 Seiten recht umfangreicher Schmöker, der sich aber gut lesen läßt. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DER SPORTREPORTER" von Richard Ford "Der Sportreporter" ist der erste Teil von Richard Fords Romantriologie über den Sportreporter Frank Bascombe. Entlang dieser Lebensgeschichte eröffnet Richard Ford tiefe Einblicke in die US-amerikanische Gesellschaft. Frank Bascombe lebt in Haddam, einem kleinen, typischen Mittelschichtstädtchen in New Jersey. Er lebt ein mittelmäßiges Leben und die Frage eines Freundes, "ob er nicht das Gefühl hätte, auf der Höhe des Lebens zu sein und es im Grunde nicht voll auszushöpfen, bis hinunter in die Tiefe", beantwortet er mit einem einfachen Nein. Das typische amerikanische Mittelschichtsleben mit Scheidung, neuer Freundin und dann doch der Suche nach einem Sinn des Ganzen. Ein nachdenklicher Roman über Sinn und Sein des Lebens. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"BIS ANS ENDE DER MEERE" von Lukas Hartmann Ein Roman, der alles verbindet: Abenteuer, Historie, Menschliches… Der Roman begleitet den Maler John Webber auf seiner Reise mit dem Entdecker James Cook. Dessen dritte Weltumsegelung bringt neben exotischen Ländern auch allerlei Strapazen mit sich. Mit Zeitsprüngen und verschiedenen Perspektiven gelingt es dem Autor, sowohl die Gefühlswelt Webbers in der neuen Lebenssituation als auch die historischen Hintergründe spannend zu vermitteln. Eine Empfehlung! Wer sich für Romane mit Sachhintergrund interessiert, dem seien auch folgende Lebensberichte und biographische Romane empfohlen: Waris Dirie: Wüstenblume (derzeit im Kino), Gerald Messadie: Ein Mensch namens Jesus, Tomas Eloy Martinez: Santa Evita, Wassili Peskow: Die Vergessenen der Taiga. Mehr davon in der Bücherei!
"ANGSTBLÜTE“ von Martin Walser Martin Walser beschreibt, in seiner typischen Art schön formulierter Schachtelsätze, das Leben des Karl von Kahn. Ein Anlageberater Ende 60, der das Geldvermehren nicht nur als Beruf, sondern auch als Ber fung betrachtet. In einem scheinbar wohlgeordneten Leben treten aber zwei Faktoren auf, die Alles in Frage stellen. Alter und Tod. In voluminöse Sprachbildern beschreibt Martin Walser die sich verändernde Lebenswelt des Karl von Kahn. Eine späte Liebe zu einer jungen Frau, die Trennung von seiner bisherigen Frau, der Tod seines Bruders, der ein völlig anderes Leben geführt hat und die immer wieder kehrende Sinnfrage. Läßt sich das Lebensmotto, „bergauf Gas geben“ durchhalten, oder gibt es auch noch etwas anderes? Wer Walser mag, für den ist "Angstblüte" sicher Pflichtlektüre. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DIE MACHTFRAGE - ANSICHTEN EINES NICHTWÄHLERS" von Gabor Steingart Gabor Steingart, der Leiter des SPIEGEL Büros in Washington, beschreibt das seiner Ansicht nach herrschende Demokratiedefizit in der Bundesrepublik und das damit verbundene Dilemma der sinkenden Wahlbeteiligung. Er formuliert es so: "Unsere Demokratie sehe ich nicht durch innere oder äußere Feinde bedroht, sondern durch die Erschlaffung der Parteien. Manchmal frage ich mich: Lebt ihr eigentlich noch? Und wenn ja, in welcher Welt?" Steingart hält Barack Obama für einen Weg zu mehr Politik mit Volk und mehr Demokratie mit Leidenschaft. Ähnlich wie dies Willy Brandt mit dem Motto, "Mehr Demokratie wagen," Anfang der 70er Jahre in der Bundesrepublik getan hat, bei einer Wahlbeteiligung von 90%. Der Autor beschäftigt sich ausführlich mit Angela Merkel und deren Verwandlung von einer Reformpolitikerin, zur verschleierten Kanzlerin, wie er es formuliert. Einer Kanzlerin, die für kein klares Programm mehr steht und mit ihrer Indifferenz quasi zur Selbstauflösung der Union beiträgt. Aber auch die SPD kommt bei Gabor Steingart schlecht weg. Der vielleicht markanteste Satz lautet: "Die SPD weiß nicht, was sie will. Sie ist zwar 145 Jahre alt, aber sie weiß vor allem, was sie nicht will." Oder „Die SPD scheint am glücklichsten, wenn sie nicht regieren muss“. Die großen Volksparteien scheinen erschöpft zu sein und flüchten sich in den Nichtangriffspakt der Großen Koalition. Die Wählerschaft reagiert aber und sucht nach einem Ventil für Problemlösungen und findet es in neuen Parteien. Die Grünen für die Umweltproblematik, die Linke für die Globalisierung und die freien Wählervereinigungen als ein Weg in die Bürgergesellschaft. Der Autor bemängelt immer wieder die Erstarrung der Parteien und verlangt nach mehr direkter Demokratie und preißt das Modell der USA. Vielleicht sollte sich Herr Steingart einmal die Wahlbeteiligung in den USA ansehen, um zu erkennen, daß sich da unsere Wahlbeteiligung auf allen politischen Ebenen deutlich positiv abhebt. Aber wahrscheinlich kann man aus einem gläsernen Büro in Berlin und Washington z.B. auch die kommunale Ebene in Deutschland einfach nicht sehen, auf der direkte Demokratie möglich ist und auch praktiziert wird. Im Schlusskapitel vertritt der Autor die These, daß nur die Wahlverweigerung zur Erneuerung der Demokratie beitragen kann und trägt dann 6. Thesen vor, wie diese Erneuerung aussehen könnte. Ein interessantes Buch, auch wenn man den Ansichten des Autors nicht beipflichtet. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr) Übrigens: Auch Steingarts Buch „Deutschland – Abstieg eines Superstars“ ist bei uns im Bestand.
"KAKERLAKEN" von Jo Nesbø Der norwegische Botschafter in Thailand wird in einem anrüchigen Etablissement in Bangkok ermordet aufgefunden. So beginnt der zweite Krimi von Jo Nesbø,"Kakerlaken". Harry Hole soll den anrüchigen Fall möglichst schnell klären, ohne dabei diplomatische Verwicklungen auszulösen. Damit ist für die Leser von Jo Nesbø Krimis aber schon klar, dass Harry Hole auch in Bangkok wieder für einiges Aufsehen sorgen wird. Denn Kommissar Hole kämpft mit einem Alkoholproblem und erkennt im Verlauf seiner Ermittlungen, dass das Außenministerium ihn in der Hoffnung ausgesucht hat, er würde nicht allzu viel Staub aufwirbeln. Aber die kleine norwegische Emigrantengemeinde in Thailand hat einiges zu bieten. Zusammen mit der thailändischen Polizei ermittelt Harry Hole zuerst im Drogen- und Prostituiertenmilieu, um gegen Ende der Story auch noch bei der Baumafia zu landen, mit einem überraschenden Ergebnis. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"SCHÖNE VERHÄLTNISSE" von Edward St Aubyn Eiskalt und mit erschreckendem Sarkasmus erzählt der Autor vom Leben und Treiben einer trügerischen Idylle, die Familie heißt. Pointiert beobachtet, sodass es dem Leser kalt über den Rücken läuft. Umso erschreckender, wenn man weiß, dass Aubyn, selbst aus dem Hochadel, in einem Interview offenbarte, von seinem Vater misshandelt und missbraucht worden zu sein. Sein präziser Sprachstil hat ihn eine Nominierung für den Booker Price gebracht. Das Buch spielt in den sechziger Jahren und ist der erste Teil der Geschichte des Patrick Melrose, eines Kindes aus einer maximal dysfunktionalen britischen Aristokratenfamilie. Und es ist mehr oder weniger genau die Geschichte von Edward St Aubyn selbst samt seinem gesellschaftlichen Umfeld, der Upperclass. Sagen wir, der erste Teil einer dreiteiligen Geschichte, die mit bitterbösem Sarkasmus fesselt, obwohl man fast ein schlechtes Gewissen dabei hat…
"DER ERLÖSER" von Jo Nesbø Für seinen inzwischen sechsten Krimi, "Der Erlöser", hat sich Jo Nesbø für seinen Kommissar Harry Hole wieder einen Fall in einer besonderen gesellschaftlichen Gruppe ausgedacht. Während der Krimi "Rotkelchen" im Milieu der norwegischen Neonazis und ehemaliger Kriegsteilnehmer des II. Weltkrieges spielte, nimmt dieses Mal die norwegische Heilsarmee einen wichtigen Platz in der Handlung ein. Ein Berufskiller "der Erlöser", ist scheinbar auf der Jagd nach Mitgliedern der Heilsarmee. Zudem besitzt "der Erlöser" eine besondere Begabung, die es der Polizei besonders schwer macht ihn, zu finden. Außerdem spielt der Krieg im Kosovo eine wichtige Rolle. Es sind also wieder die verschiedensten Komponenten, einschließlich eines Kommissars Harry Hole der mit seiner Alkoholsucht kämpft, vorhanden, die einen spannenden Krimi versprechen. Allerdings sind weder der Killer, noch sein Auftraggeber leicht zu fassen. Außerdem stellt sich die Frage, was sich hinter der makellosen Fassade der Heilsarmee eigentlich abspielt. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
„DER PREIS DER FREIHEIT“ von Anna Quindlen Die Autorin, amerikanische Journalistin, ist vor allem in den USA durchaus keine Unbekannte. Sie darf sich mit dem renommierten Pulitzerpreis rühmen, schreibt für das breite Publikum. Mit diesem Roman ist ihr ein fesselndes Buch gelungen, das unterhaltsam sowie spannend ist, jedoch nicht trivial erscheint. Es ist die Geschichte zweier unterschiedlicher Schwestern, von denen die eine -TV-Berühmtheit- durch einen Fauxpas von den Medien plötzlich geächtet wird. Sie nimmt Reißaus und ihre Schwester begibt sich auf die Suche nach ihr. Diese wird auch eine Suche nach Ursachen und wird ebenso zur Lebensanalyse. Der Roman gibt einen (Insider-)Blick frei auf die oberflächliche Welt der Unterhaltungsmedien im (teilweise)bigotten Land der unbegrenzten Möglichkeiten… Erzählt auch von unterschiedlichen Lebensmodellen, die schlagartig überdacht werden müssen. Empfehlenswert . Dürfen auch gerne Männer lesen, obwohl Buchcover und Titel (Btv-Verlag) deutlich die Frauen als Zielgruppe ansprechen dürften…
"DIE UNGLAUBLICHE REISE DES SMITHY IDIE" von Ron Mc Larty Melancholisch anmutende Selbstfindungsreise eines Mannes, der von heute auf morgen fast alles verliert. Vom Alkohol und der Fresssucht beherrscht, möchte er seine verschollen gewesene Schwester ein letztes Mal sehen und setzt sich aufs Fahrrad. Langsam von Kilometer zu Kilometer beginnt sich seine Sicht auf das Leben zu verändern und es wird eine Reise zu ihm selbst. Spannend und überraschend sind seine Begegnungen in dieser Zeit. Ein Buch, das berührt ohne kitschig zu werden.
"UND TIEF IN DER SEELE DAS FERNE" von Katharina Elliger Als Mädchen von 14 Jahren hat Katharina Elliger die Vertreibung aus ihrer schlesischen Heimat miterlebt. Jahrzehnte später erzählt sie ihre Geschichte - aus erster Hand, eine Geschichte, die jüngeren Generationen erschütternd und unglaublich erscheint. Lebhaft schildert sie ihre Kindheit, das Leben ihrer sechsköpfigen Familie und die Veränderungen in ihrer "kleinen Welt", die der Ausbruch des Krieges mit sich bringt. Flucht, Besatzung, Vertreibung und zum Schluß eine Reise als ältere Frau zurück in die verlorene Heimat. Ein dramatisches Schicksal, das auch und gerade für jüngere Menschen lesenswert ist.
"EIN LIEBENDER MANN" von Martin Walser Seine letzte Liebe - der verwitwete 73jährige Geheimrat Goethe verliebt sich im Jahr 1823 während der Sommerfrische in Marienbad in die 19jährige Ulrike von Levetzow. Trotz des großen Altersunterschiedes, der dem damals schon berühmten Goethe immer wieder Sorgen bereitet, sagt er sich: “Meine Liebe weiß nicht, dass ich über siebzig bin. Ich weiß es auch nicht.“ Ulrike und Goethe verstehen einander, sie harmonieren, sie erleben, „dass sie unablenkbar einander erreicht haben“. Goethes ganzes Handeln und Tun ist seit der Begegnung mit Ulrike in diesem Sommer nur von seiner Liebe zu Ihr bestimmt: So s gt er: „Jeder Mensch ist einzigartig, aber nur für einen einzigen Menschen. Und der bist Du für mich.“ Beim Tanz ee flirtet während einer kurzen Abwesenheit Goethes ein Jüngerer mit Ulrike und stellt fest „Il y a quelque chose dans lŽair entre nous“. Diese Begebenheit stürzt Goethe in einen tiefen Seelenunfrieden: “Es gibt das Paradies: Zwei für einander. Es gibt die Hölle. Einer fehlt“ Nach der Abreise von Ulrike ist er so verzweifelt, dass er nur beim Schreiben Ruhe finden kann: Es entstehen die Marienbader Elegien. Walser beschreibt ausdruckstark die Stimmungen, Empfindungen und Gedanken Goethes, die sich alle um Ulrike drehen in all ihren Facetten: von zärtlich über himmelhochjauchzend bis tief erschüttert und verzweifelt. Ein alltägliches Liebesdrama auf literarisch hohem Niveau. Rezensentin: Cynthia Schönau
"BEINHART" von Carsten Janz Schon beim Lesen des Untertitels "In 3300 Tagen mit dem Fahrrad um die Welt" glaubt der Betrachter an einen Irrtum - Moment, wie viel Tage?! Die fast unglaubliche Geschichte des Mannes, der mit Ende 30 das Wagnis startete, seine Heimat Deutschland für fast 10 Jahre hinter sich zu lassen, um in abenteuerlichen und teilweise gefährlichen Routen unseren Planeten zu erradeln. Er berichtet ohne Effekthascherei spannend und hautnah von fremden Kulturen, Begegnungen mit Fremden, von Freuden und Enttäuschungen. Denn neben der körperlichen war vor allem die geistige Fitness von Nöten, um all das durchzuhalten. Das Ergebnis sind exemplarische Beschreibungen mehrerer Reiseabschnitte auf fast 300 Seiten, die "geistige Globetrotter" verschlingen werden.
"NIE MEHR SCHLAFEN" von Willem Frederik Hermans Alfred Isendorf, niederländischer Geologe, möchte berühmt werden und schließt sich einer Expedition an. Bei dieser stößt er an seinen Grenzen. Es geht um menschliche Eitelkeiten und Selbstüberschätzung. Ein anfangs ruhiger Roman, der auch durch seien Sprache besticht und Spannung aufbaut. Der bereits verstorbene Autor war selbst promovierter Geograph lehnte übrigens die meisten, der ihm angebotenen Literaturpreise einfach ab…. Ungewöhnlicher Roman!
"DER ALCHIMIST" von Paul Coehlo Ein Tipp unserer Praktikantin Amelie: In dem Buch "Der Alchimist" von Paulo Coelho geht es um einen jungen spanischen Hirten Santiago, der immer wieder dne selben traum hat und sich schließlich nach mehreren schicksalhaften Begegnungen und Ereignissen in der großen Wüste und findet dort seine große Liebe. Die fesselnde geschichte hat mich nicht mehr losgelassen und mcih sogar während der Schulzeit unterhalten und beschäftigt. Es ist eine schöne Mischung aus Liebe und Schicksal. (+noch ein bisschen Fantasy)
"SUITE FRANCAISE" von Irene Nemirovsky Auch unser Bürgermeister Mario Dürr hat wieder einen Tipp für Sie: 1940. Die Deutsche Wehrmacht steht kurz vor Paris. Irene Nemirovsky beschreibt in ihrem Roman "Suite francaise", wie die verschiedensten Bevölkerungsgruppen auf den Vormarsch der deutschen Truppen reagieren. Das Manuskript zum Roman lag über 60 Jahre unerkannt in einem Koffer und wurde von der Tochter von Irene Nemirovsky entdeckt und veröffentlicht. Das Sittengemälde beschreibt eindrücklich die Flucht aus Paris in die Provinz und das Verhalten der Romanfiguren und deren Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation. Der zweite Teil der Erzählung beschreibt den Besatzungsalltag in Frankreich von 1941 bis 1944 in einer kleinen Stadt in Zentralfrankreich. Ein interessanter Blick auf die Zeit des II. Weltkrieges, aus einem für uns Deutsche ungewöhnlichen Blickwinkel. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"WIR KÖNNEN ALLES" von Josef-Otto Freudenreich Schon mit der Titelunterschrift "Filz, Korruption & Kumpanei im Musterländle " macht der Herausgeber und Mitautor Josef-Otto Freudenreich deutlich, dass in unserem Ländle das Motto, "Wir können alles", nicht nur positive Seiten hat. Zusammen mit Meinrad Heck, Wolfgang Messner und Rainer Nübel, werden einige Affären und Personen der neueren Geschichte unseres Landes "bearbeitet". Der Ritt durch die Landesgeschichtchen geht von Oettingers Pizzabäcker über die Flowtexaffäre bis zu den Oberschwäbischen Landräten. Was wohl unter anderem dazu beigetragen hat, dass in Oberschwaben das Buch auf dem inoffiziellen Index steht. Die Autoren, die alle bei großen Tageszeitungen arbeiten, oder gearbeitet haben, bringen ihre Erfahrungen in den verschiedenen Geschichten des Buches ein. Wer etwas über das Beziehungsgeflecht im "Ländle" erfahren will, der wird in diesem Buch einige interessante Dinge finden. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"EDDIES BASTARD" von William Kowalski Ein Buch, bei dem es einem leid tut, dass es enden muss...Der Protagonist Billy wurde als Baby beim des Lebens überdrüssigen Großvater im Körbchen vor die Haustür gelegt. Er wächst beim alkoholabhängigen Misanthropen auf. Doch für den alten Mann gibt es nun einen neuen Sinn und der charakterstarke Billy bereichert sein eintöniges Leben. Billy erfährt, dass es ein Familiengeheimnis gibt und im Laufe der Zeit macht er sich sein eigenes Bild.... Ein außergewöhnlicher Erstlingsroman, der in den USA zum Bestseller wurde. Unbedingt lesen! !
"NACH HAUSE SCHWIMMEN" von Rolf Lappert Der über 500 Seiten dicke Roman von Rolf Lappert entführt den Leser nach Irland und in die USA. In zwei zeitversetzten Erzählsträngen erlebt der Leser die Welt des nur 1,50 m großen Wilbur, dessen Mutter bei seiner Geburt verstorben ist und dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat. Mit seiner Geschichte als Halbwaise und den in der Ich-Perspektive erzählten Erlebnissen fast 20 Jahre später verwebt der Autor geschickt die beiden Zeitebenen. Zwischen den stets präsenten Themen Familie, Schule, Einsamkeit und einigen, teils auch skurrilen Personen und Erlebnissen leidet und fiebert der Leser mit Wilbur mit. Ein sehr empfehlenswertes Buch!
"MEIN LEBEN, MEINE FREIHEIT" von Ayaan Hirsi Ali Ayaan Hirsi Ali, die mit ihren Thesen zum Islam und dem Film „Submission“, in den Niederlanden, ganz Europa, den USA und or allem auch im islamisch geprägten Teil der Welt, für erhebliche Diskussionen gesorgt hat, beschreibt in „Mein Leben, meine Freiheit“, sehr interessant und intensiv, ihre persönliche Entwicklung. Geboren in Somalia, aufgewachsen in Saudi Arabien, Ätiophien und Kenia, erlebt sie Kindheit und Jugend in einer zutiefst vom Islam geprägten Welt. Mit der Flucht vor ihrer Zwangsverheiratung von Kenia über Deutschland in die Niederlande, beginnt der Ablösungsprozess vom Islam. Dieser Prozess führt sie über ein Politikstudium ins niederländische Parlament und erreicht mit der Ermordung von Theo van Gogh durch einen Islamisten seinen Höhepunkt. Die Thesen von Ayaan Hirsi Ali zum Umgang mit Migranten aus islamischen Ländern sind eindeutig. Grundsätzlich darf es ihrer Ansicht nach nicht zu Paralellgesellschaften kommen. Grundvoraussetzung dafür ist das Erlernen der Sprache des Landes in dem man lebt und die Anerkennung der freiheitlich demokratischen Grundwerte. Für Ayaan Hirsi Ali sind vor allem die Rechte von Frauen und die westlichen Grundwerte, wie freie Meinungsäußerung, unvereinbar mit dem konservativen Islam. Ein sehr interessantes Buch, dass, ähnlich wie das Buch von Hendrik M. Broder, „Hurra wir kapitulieren“, zur Diskussion anregt. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DER GOLDENE KOMPASS" von Philipp Pullman "Der goldene Kompass" ist das erste Buch der fantastischen Trilogie von Philipp Pullman. In der Geschichte werden wir in eine andere Welt entführt, die der unseren sehr ähnlich ist. Der größte Unterschied allerdings ist: die Menschen werden von Dämonen begleitet. Dämonen sind wie ein Teil ihrer Seele. Pullman erzählt nun die fantastische Geschichte der kleinen Lyra und ihrem Dämon Pantalaimon. Nachdem viele Kinder auf unerklärliche Weise verschwinden und Lyra selbst auf eine bestimmte Weise hineingezogen wird, macht sie sich auf den Weg in den Norden um der Sache auf den Grund zu gehen. Erst letztes Jahr konnte man Lyras fantastisches Abenteuer auch im Kino erleben. Doch ich für meinen Teil muss sagen, dass das Buch sehr viel spannender ist und einfach nur empfehlenswert. Die beiden anderen Teile der Trilogie heißen “Das Magische Messer” und “Das Bernsteinteleskop”.
"HÖHENRAUSCH" von Jürgen Leinemann In seinem Buch "Höhenrausch" beschreibt Jürgen Leinemann die Lebenswelt unserer Politiker. Als langjähriger SPIEGEL-Journalist hat er eine Menge Erfahrung mit Politikern und ihrem Umfeld. Dieses Umfeld und die persönliche Entwicklung verschiedener Politiker versucht Jürgen Leinemann zu beschreiben. Dabei skizziert er verschiedene Politikergenerationen, die durch einschneidende Ereignisse in ihrem Leben geprägt wurden, wie z.B. Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß durch den II. Weltkrieg und deren sich daraus ergebende Verhaltensmuster. Was aber macht Menschen zu Politikern, warum begeben sie sich in dieses Umfeld und welche Veränderungen bringt der Politikbetrieb mit sich? Diese Frage treibt den Autor um. Welchen Grund gibt es also, um ausgerechnet bei den Politikern so genau hin zu sehen. Diesen Grund liefert Leinemann gleich zu Beginn des Buches: „Weil sie öffentliche Ämter haben und öffentliche Funktionen ausüben, weil sie mitentscheiden wie wir leben, besondere Aufmerksamkeit verdienen, nicht weil sie so bedeutsame Menschen wären". Aber unterscheiden sich Volk und Politiker tatsächlich? Oder ist es nicht so, dass in Wahrheit Volk und Politiker sehr ähnlich sind? Oder verdienen wir nicht die Politiker, die wir haben? Ganz zu Beginn seines Buches zitiert Leinemann Erhard Eppler mit einem Satz, der die Problematik eines Politikerlebens sehr deutlich beschreibt. Eppler, der als Politiker aus dem Ländle, mit protestantischem Hintergrund und reichlich Erfahrung in der Friedensbewegung, nun wirklich nicht als klassischer Politiker gilt, sagt: " Vielleicht ist Politik an der Grenze dessen angesiedelt, was Menschen leisten können, ohne, um es biblisch zu sagen, Schaden zu nehmen an ihrer Seele." Leinemann ist der Meinung, dass das Thema Politik und Macht, ein beträchtliches Suchtpotential in sich trägt. Dies zu erkennen und der gekonnte Umgang damit, macht wohl einen guten Politiker aus. Für alle die, die einmal einen intimeren Blick hinter die Kulissen unseres täglichen Politikbetriebes werfen wollen, ein interessantes Buch. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DAS WOCHENENDE" von Bernhard Schlink Vielen Lesern bekannt durch „der Vorleser“, 1995 erschienen und zu Recht vielfach preisgekrönt. Was jedoch nicht bedeutet, dass dieses Buch langweilig ist…In seinem neuen Romansetzt er sich wieder gekonnt und kammerspielartig mit der deutschen Geschichte auseinander, spannender als mancher Thriller, psychologisch gekonnt arrangiert. Fans des Diogenes Verlags (der einer meiner persönlichen Lieblingsverlage ist) kennen die unspektakulären Cover der meist nicht viel mehr als 200 Seiten dicken Bände. Diese Mal ziert ein Max Liebermann Gemälde auf dem ein Landhaus abgebildet ist, den Umschlag. Passt…Lesenswert, wie die letzten „Schlinks“!
"SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE" von Jean-Dominique Bauby Zurzeit in aller Munde. Denn das Buch wurde verfilmt. Neu ist das Buch nicht, damals war es – ebenso wie jetzt der Film - eine Sensation. Denn es wurde allein mit Hilfe des Augenlidschlags diktiert. Von einem (ehemaligen) Journalisten, der von heute auf morgen auf Grund eines Schlaganfalls in seinem Körper gefangen ist: Lis (Locked –in- Syndrom). Seine Gedanken und Empfindungen bewegten die Menschen; so weiß man auch heute noch nicht sicher was Menschen im Wachkoma miterleben können. 1997 verstarb Bauby. Er hinterließ ein Buch, das bleibt.
"GEO" Wußten Sie eigentlich, dass Sie bei uns die Monatszeitschrift „GEO“ entleihen können? Darin finden Sie gut recherchierte und verständliche Artikel über die unterschiedlichsten Themen und Bereiche. Im Heft März 2008 findet sich beispielsweise ein Artikel über die „Erfindung“ des Irak, wie kam dieser Staat zustande, welche Volks- und Stammesgruppen wurden zwangsweise integriert, welche religiösen Gruppierungen standen sich schon in früheren Zeiten gegenüber, wie wirkt sich das bis heute aus und verursacht immer wieder Konflikte… Lesen Sie einfach mal rein, es lohnt sich!
"TÖDLICHE KEHRWOCHE" von Gudrun Weitbrecht In diesem Buch hat die Herausgeberin 14 Kurzkrimis aus Baden-Württemberg zusammengestellt. Die Palette reicht vom "Esslinger Maultaschenkrieg", bis zu den "Heilbronner Spitzbuben". Ironisch und makaber, verschmitzt und verschroben, kommen die Kurzgeschichten daher. Und wer endlich einmal erfahren will, ob man eine Giftmörderin daran erkennen kann, wie der Kartoffelsalat gerädelt ist und ob ein Rostbraten eine gute Henkersmahlzeit abgibt, der sollte die "Tödliche Kehrwoche" lesen. Das Buch mit seinen 14 Kurzkrimis ist sicherlich gut als Lektüre für den Pfingsturlaub geeignet und man entdeckt beim Lesen, dass das Schwabenland neben schönen Landschaften und Charakterköpfen, auch küchentechnisch einiges zu bieten hat.
"TREFFEN SICH ZWEI" von Iris Hanika An was erinnert dieser Buchtitel? An traditionelle Witzanfänge. Witzig ist dieser Roman über die Begegnung zweier nicht-gleichgeschlechtlicher Wesen zwischendurch schon... Doch handelt es sich nicht um einen heiteren Frauenroman mit Handlungsschwerpunkt "Thema Liebe" sondern viel mehr um eine ungewöhnliche Erzählung, die durch ihre kunstvolle, kreative Sprache besticht. Handlung? Zwei treffen sich eben. Die bildhafte Beschreibung der ersten Minuten fesselt. Diese Fragen machen neugierig... So unterschiedlich wie Mann und Frau bisweilen sind, so unterschiedlich wird auch aus der jeweiligen Erzählperspektive berichtet. Er, Systemberater, Sie, die Intellektuelle, die in einer Galerie ein anspruchsloses Dasein fristet. Und doch ist da was zwischen diesen beiden unterschiedlichen Charakteren... Doch lesen Sie selbst, was passiert, wenn sich zwei treffen..."Spannung der unspektakulären Art", durchaus empfehlenswert!
"DIEB IM HAUS DER ERINNERUNG" von Tim Wynne-Jones Dec ist sechzehn und lebt bei seinem Vater und der Stiefmutter. Nachdem vor Jahren die Mutter die Familie verlassen hatte, zogen sie in ein neu gebautes Haus nebenan. Eines Tages entdeckt Dec im alten Haus, dem Haus der Erinnerung, einen Toten. Was hat er dort gesucht? Hatte er vielleicht was mit seiner Mutter zu tun? Dec macht sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Ein spannendes Buch für junge Erwachsene und gleichzeitig ein interessanter Entwicklungsroman, der auch für Erwachsene sehr lesenswert ist.
"WEISSER OLEANDER" von Janet Fitch Der Titel dieses Romans hört sich nach „Herz-Schmerz“ an, aber es handelt sich um einen durchaus tiefgründigen dennoch nicht langweilenden Bestseller aus den USA. Verfilmt wurde er mit Michelle Pfeiffer. Der Oleanderbaum spielt in diesem Roman weniger eine romantische denn eine „handlungsbeschleunigende“ Rolle, denn mit Oleanderblättern vergiftet die extravagante Mutter der Protagonistin ihren untreuen Liebhaber. Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine leidvolle Odyssee für Astrid, ihre Tochter. Während ihre Mutter, die sie immer bewundert hat, im Gefängnis sitzt, lebt sie in Pflegefamilien, die sie ein andere Welt kennen lernen lassen...Ein faszinierender Adoleszenzroman.
"MOOMLATZ" von Iris Bahr In ihrem Buch "Moomlatz" nimmt die New Yorker Kultautorin und Schauspielerin (King of Queens, Raumschiff Voyager, Welcome Mrs. President) Iris Bahr, die Leser auf eine ziemlich ausgefallene Asienreise mit. Iris Bahr geht als Icherzählerin, nach ihrer Militärzeit in Israel, auf eine Asienreise, um ihre Unschuld zu verlieren. In einem schnellen und direkten Erzählstil, geht die Reise über Thailand nach Vietnam, Tibet, Indien und wie es sich für einen echten Weltenbummler gehört, nach Dahramsala, zum Dalai Lama. Nur um zu bemerken, dass der Dalai Lama gerade bei einer seiner Auslandsreisen in Israel weilt. Die verschiedenen Gruppen von Rucksackreisenden, die sich in Asien zwecks Erkenntnisfindung herumtreiben, werden ausführlich beschrieben. Die Engländer, Nordeuropäer, Amerikaner und natürlich auch die Deutschen. Wobei sich immer wieder die Frage stellt, ob das Thema Sex, oder Erkenntnisfindung, die Reisenden nach Asien treibt. Bei der Autorin steht zu Beginn das Thema Sex im Vordergrund, neben dem Verlust der Jungfräulichkeit. Nach einigen Irrungen und Wirrungen, reift allerdings wohl auch etwas Selbsterkenntnis im Verlauf der Reise heran, neben dem Verlust der Jungfräulichkeit. Außerdem wir in der Geschichte, natürlich auch der hebräische Begriff "Moomlatz" erklärt. Er bedeutet empfohlen, oder zu empfehlen und ist für alle israelischen Reisenden offensichtlich ein untrügliches Zeichen dafür, dass man hier getrost buchen kann. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DER HUND DER UNTERWEGS ZU EINEM STERN WAR" von Henning Mankell Der schwedische Autor hat es u.a. mit seinen Wallander-Krimis zur Weltruhm geschafft. Vielen unbekannt ist jedoch sein Schaffen als Jugendbuchautor. Das Buch mit dem ungewöhnlichen Titel handelt vom 11jährigen Joel, der mit seinem Vater in einem Nest im Norden Schwedens lebt. Der Vater ist selten zuhause, die Mutter hat vor Jahren die Familie verlassen. Joel fühlt sich einsam und unverstanden und stellt sich viele Fragen. Eines Tages läuft ihm in einer dunklen Winternacht ein Hund über den Weg. Diese Begegnung löst einiges in dem Jungen aus, das Mankell behutsam erzählt und das Buch so nicht nur für ältere Kinder lesenswert macht, sondern auch für alle, die eine andere Seite Mankells erleben wollen als seine Krimi- oder Afrikaromane. "DAS ENDE IST MEIN ANFANG" von Tiziano Terzani Unser Bürgermeister ist ein reger Nutzer der Ortsbücherei. Auch in dieser Woche stellt er Ihnen ein interessantes Werk vor: Vater und Sohn in einem langen Gespräch über das Leben und den Tod. So entstand das Buch von Tiziano Terzani und seinem Sohn Folco "Das Ende ist mein Anfang". In den Gesprächen wird das Leben von Tiziano Terzani nocheinmal lebendig. Kindheit und Jugend in Italien. Das Studium und der erste Auslandsaufenthalt in den USA, in den politisch bewegten Zeiten Ende der 60iger Jahre. Dann Anfang der 70iger Jahre, die Verpflichtung beim SPIEGEL, als Auslandskorrespondent in Asien. " Auf der Suche nach Wahrheit durch die Welt zu reisen - das ist Journalismus." So beschreibt Tiziano Terzani seinem Sohn Folco seinen Beruf und seinem Berufung und die Abkehr davon. Denn seiner Ansicht nach, "liegt die Wahrheit nach der ich suchte, nicht in den Fakten, sondern dahinter." Lange Diskussionen über die politischen Verhältnisse und die Veränderungen die Terzani in den verschiedenen Ländern Asiens erlebt hat, führen ihn über Indien in den Himalaja zu einem alten Eremiten und seiner Erkenntnis, "sein eigenes Leben zu leben. Ein wahres Leben, ein Leben, das dir gehört. Ein Leben, in dem du dich erkennst." Weil wahre Veränderung nur in jedem Einzelnen geschehen kann. Tiziano Terzani verlässt die Welt in vertrauter Umgebung, im Schosse der Familie, offensichtlich glücklich. Das Buch hat mit dem Thema Tod und Sinn des Lebens, offensichtlich den Nerv der Zeit getroffen. Denn es hält sich seit Monaten auf der Bestsellerliste des SPIEGEL und war auch in Italien eines der bestverkauften Bücher in diesem Jahr. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"DIE WANDERNDEN SÄNDE" von Dieter Bromund ...ist ein weiterer Krimi aus der Reihe der Inselkrimis und spielt auf Langeoog. Bensersiel und Langeoog im Herbst. Ein Kapitän in der Winterpause stößt auf eine seltsame Geschichte, die alle klassischen Elemente für einen Krimi enthält: Ein Sonderling, der alleine in den Dünen auf Langeoog lebt; ein am Ende des zweiten Weltkrieges versenktes Schnellboot, mit einem mysteriösen Auftrag, Neb l, Ebbe und Flut, die wandernden Sände von Langeoog und einige ostfriesische Charakterköpfe, bieten eine Menge Platz für Tee, Grog und Seemannsgarn. Also für alle die sich an ihren Nordseeurlaub erinnern wollen, oder einen Urlaub für das nächste Jahr planen, mein Tipp, lesen. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
"MIESES KARMA" von David Safier Wiedergeburt gefällig? Die erfolgreiche Moderatorin, Karrierefrau und Mutter wird von den Trümmern einer russischen Raumstation erschlagen, und muss nach ihrem Tod herausfinden, dass sie in ihrem Leben viel zu viel mieses Karma gesammelt hat. Die Folge: eine Wiedergeburt als Ameise. Ein hartes Leben, zumal sie von ihrem neuen Erdhügelzuhause das Leben ihrer Familie weiterbeobachten kann. Was macht diese neue Frau bei ihrem Mann?! Wie geht es ihrer kleinen Tochter? Für Kim gibt es nur eine Möglichkeit: Gutes Karma muss her, damit es in der Reinkarnationsleiter wieder aufwärts geht! Wie Kim ihr "neues" Leben weiterlebt, was aus ihrer Familie wird, wie ein Dasein als Ameise so ist und was der gute alte Casanova damit zu tun hat, erfahren Sie in diesem durchgängig unterhaltsam und trotz ernster Zwischentöne lustig geschriebenen Debütroman von David Safier, der bisher mit Drehbüchern zu bekannten Fernsehhits von sich reden machte.
"EINE UNBEQUEME WAHRHEIT" von Al Gore Der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten Al Gore beschäftigt sich in seinem Buch mit der drohenden Klimakatastrophe und den Möglichkeite diese abzuwenden. Im Vorwort macht Al Gore deutlich, dass er den Klimawandel für die aktuell größte Herausforderung in der Politik hält und kritisiert das Verhalten von George W. Bush, gegen den er ja die Präsidentschaftswahlen vom Jahr 2000 verloren hat. In typisch amerikanischem Stil arbeitet Gore den Klimawandel populärwissenschaftlich auf, um die von ihm so genannte Klimakrise gleich zur größten Chance für alle diejenigen zu machen, die die Menschheit voran bringen wollen und die in klimafreundliche Ideen investieren. Das Buch ist reich bebildert und ist die Grundlage für Al Gores Vortrag mit dem er im Moment weltweit Aufsehen erregt. (Eine Rezension von unserem Bürgermeister Mario Dürr)
Trennung und Scheidung - vom Ratgeber bis zum Bilderbuch Sachbücher: * Doris Wolf: Wenn der Partner geht – Wege zur Bewältigung von Trennung und Scheidung * Michael Cöllen: Lieben, Streiten und Versöhnen – Rituale für Paare * Dan Kiley: Die Einsamkeit zu zweit – Denkansätze, Wege, Lösungen * Heike Dahmen-Lösche: Trennung, Scheidung – welche Rechte? * Andreas Schmidt: Väter ohne Kinder – Sorge, Recht und Alltag nach Trennung oder Scheidung * Thomas Gordon: Die neue Beziehungskonferenz – effektive Konfliktbewältigung in Familie und Beruf * Hans Jellouschek: Die Kunst als Paar zu leben * Harriet Braiker: Giftige Beziehungen – wenn andere uns krank machen * Christa Brauns-Hermann: Verlorene Liebe, gemeinsame Kinder – elterliche Sorge nach der Trennung * Sven Loerzer: Eltern bleiben trotz Scheidung – Ratgeber für Famil en in der Trennungsphase * Gerald Drews: Praktische Anleitung für Wochenendväter – trotz Trennung Vater bleiben * Elisabeth Cope: Allein erziehen und stark sein – schwierige Situationen wahrnehmen, verstehen, lösen * Mathias Jung: Ich liebe dich, nur nicht grad jetzt – große Liebe, kleine Krisen Kinder- und Jugendliteratur zum Thema: * Christine Nöstlinger: Einen Vater hab ich auch * Elisabeth Schöberl: Meine Eltern trennen sich – Ratgeber für Jugendliche * Brigitte Blobel: Nichts als Lügen – wenn Eltern auseinander gehen Bilderbücher zum Lesen und Vorlesen: * Ann de Bode: Du bleibst immer mein Papa * Betina Gotzen-Beek: Von Papa lass ich mich nicht scheiden!
"UNCOOL - oder die Kunst erwachsen zu werden" von Dan Zevin Die amerikanische Antwort auf "Generation Golf". In unterhaltsamen Episoden beschreibt Zevin charakteristische Begebenheiten die einem Menschen zwischen "twenty-something" und "Ü30" zeigen, ja, jetzt ist es soweit, ich bin uncool geworden. Dazu zählen beispielsweise Gartenbesitzer oder Hundehalter zu sein, sich mit Stressmanagement beschäftigt zu haben, eine Putzfrau anzustellen usw. Immer locker geschrieben und (meistens) wahr!
"DIE REISE NACH TRIEST" von Hartmut Lange Professor Montag wird in den Urlaub fahren. Sein Arzt meldet Bedenken an, da es um seine Gesundheit nicht zum Besten steht. Als er nach Hause kommt erwartet ihn auf dem Schreibtisch seiner Frau eine unliebsame Überraschung, die ihn schockiert...Seine eigene Todesanzeige liegt dort. Das Datum mehrmals korrigiert. Aufstellung der Beerdigungskosten , alles in der Handschrift seiner Ehefrau. Er behält sein Wissen für sich und die Familie fährt gemeinsam in den Urlaub.
"DIE CHEMIE DES TODES" von Simon Beckett Eine Frauenleiche ausstaffiert mit Schwanenflügeln wird im beschaulichen englischen Ort Devonshire aufgefunden. Es stelt sich heraus, dass sie misshandelt wurde. Tage später wird die nächste Frauenleiche gefunden und David Hunter, ehemaliger Rechtsmediziner, der sich in Devonshire zurückgezogen hat unterstützt die örtliche Polizei.
"RASTLOSE NÄHE" von Hanif Kureishi Endlich ein Buch für Männer? Seit Jahren gebunden stellt Jay fest, dass es ihn nervt. Seine Frau, der Alltag, die Verpflichtungen. Er hat sein Verlangen nach Abwechslung mit zahlreichen Geliebten gestillt und überlegt nun wie es weitergehen soll. Nur sind da noch seine zwei Söhne... Kureshi entwirft ein Psychogramm eines Mannes, der sich im Zwiespalt befindet und sein Leben neu durchdenkt...
"DER FAHRPLAN IST DIE SPEISEKARTE" von Paul Cullen Das Buch stammt aus der Reihe "Reisen Menschen Abenteuer", aus der die Bücherei mehrere im Bestand hat. Paul Cullen beschreibt in diesem Buch die abenteuerliche Reise seiner fünfköpfigen Familie von Australien in seine Heimat Irland. Statt einfach das Flugzeug zu nehmen, brechen Eltern und drei Töchter in Hongkong mit dem Zug auf gen Westen. Ihre mehrwöchige Tour führt sie durch China, Kasachstan, Usbekisten, Russland und Europa. Auf humorvolle Weise beschreibt der gelernte Koch auch die kulinarischen Eigenheiten jeder Station. Auch ein Frühstück auf dem Stuttgarter Hauptbahnhof wird hierbei erwähnt! Ein tolles Buch, natürlich ideal für lange Zugfahrten, unterhaltsam zu lesen und natürlich fernweh-förderlich!
"DER KLEINE MEDICUS" von Dietrich Grönemeyer eine Mischung aus Sachbuch und Fantasy-Roman für jugendliche und auch erwachsene Leser, die sich für Medizin und den menschlichen Körper interessieren. Autor ist der bekannte Bruder vom Musiker Herbert Grönemeyer, der auch schon mit seinen Büchern "Mensch bleiben" und "Mein Rückenbuch" auf den Bestsellerlisten gelandet ist. Ein Junge namens "Nanolino" kann eine phantastische Reise durch den Körper antreten, dabei erfährt er einiges über diesen. Interessant auch für Jugendliche, die sich überlegen einen medizinischen Beruf zu ergreifen !
"EIN TAG MIT HERRN JULES" von Diane Broeckhoven Dieser Morgen ist für Alice anders. Ihr Mann sitzt tot auf dem Sofa. Was sich skurril anhört ist von der Autorin geglückt konstruiert um einen Rückblick auf eine Beziehung zu werfen, um abzurechnen, zu resumieren, sich aber auch liebevoll zu erinnern. Die frischgebackene Witwe braucht Zeit zum Abschiednehmen, die sie sich einfach selbst nimmt... Ein ungewöhnliches und ruhiges Buch, dennoch nicht langweilig sondern von eigener Spannung.
Buchtipp für jugendliche Leser: "EULEN" von Carl Hiaasen Roy wohnt noch nicht lange in Florida und fühlt sich auch nicht wohl dort. Dana, seinem unsympatischen Mitschüler fällt auch nichts anderes ein, als ihn zu triezen. Da sieht er eines Morgens einen barfüßigen Jungen unglaublich schnell -ohne Schulzeug- am Schulbus vorbeirennen. Neugierig versucht er herauszubekommen, was es mit dem Unbekannten auf sich hat. Ist er es, der den Bau eines Fastfood-Restaurants mit seltsamen Mitteln verhindern will ? Wenn Ja, aus welchen Gründen? Natürlich hat der Titel des Buches damit etwas zu tun... Spannend schreibt Hiaasen diese Geschichte, jedoch nicht "actionmäßig", also in einem Erzähltempo, das dem Leser noch Zeit lässt. Roy ist ein Außenseiter, der sympatisch ist und dessen Stärken in seinem Charakter liegen. Wie wird er sein Problem mit Dana lösen? "Danas" kennen sicher viele, auch wenn er etwas überspitzt beschrieben wird. Dennoch: Lesenswert!
"DIE NACHT DER VÖGEL" von Katherine Scholes Kein spektakuläres "Action-Buch", sondern eine ruhige Geschichte, die Jugendlichen wie auch älteren gefällt. Beschrieben wird eine stürmische Nacht an der Küste. Stimmungsvoll schildert die Autorin den Kampf der Vögel gegen das Unwetter, das anfangs distanzierte Eingreifen von Annie und ihrem Großvater und Annies Neugier. Sie schleicht sich nachts in die Hütte, wo die Vögel Schutz gefunden haben und macht eine Entdeckung... Ein toller Erzählstil, interessante Tierinfos und wunderbare Zeichnungen von Quint Buchholz machen das eher kurze Buch zu einem schönen Zeitvertreib.
Ein Tipp von Leserin Fabienne: "FEUERFROST" von Alan Garner IN der Saga "Feuerfrost - der Zauberstein von Brisingamen" von Alan Garner geht es um die Geschwister Susan und Colin, die ihre Ferien in Alderly Edge bei Gowther und Bess verbringen. Doch kaum angekommen, werden sie in die uralten Kämpfe zwischen den Zauberern Grimnir und Cadellin verwickelt. Ob der Zauberstein von Brisingamen gefunden wird, hängt von dem Mut der Kinder ab, denn offenbar haben sie etwas mit dem Gehimnis zu tun.... Ich finde das Buch so super, weil es ein durchgehaltenes Fantasy-Stück ist und leicht an den Kampf zwischen Dumbledore und Voldemort erinnert. Ich kann es echt nur empfehlen. Sowohl "Feuerfrost" als auch die Fortsetzung "Der Mond von Gomrath" sind in der Bücherei ausleihbar.
"KONFLIKTE MACHEN STARK - Streitkultur im Kindergarten" von Mechthild Dörfler/Lothar Klein "Streitet Euch nicht !" So hört man es immer wieder im Alltag, doch wird vergessen, daß Konflikte auch im Streit bewältigt werden können. Die beiden Autoren, Diplom-Pädagogen, richten sich mit ihrem Buch ebenso an interessierte Eltern wie auch an Fachleute. Es wird berechtigt vor zu früher Intervention oder voreiliger Interpretation beim kindlichen Konflikt gewarnt. Ein praxisnaher Ratgeber aus dem Herder-Verlagsprogramm: gut zu lesen !
"ICH BIN EIN RICHTIGER JUNGE! Vorlesegeschichten von Tobe-Schmusern und Kuschel-Kerlen" von Elisabeth Zöller u.a. Viele Kinderbücher sind an die Lesegewohnheiten und Interessen von Mädchen gerichtet.Liegt es daran, weil -vorallem später - die Mädchen mehr lesen ? Oder lesen sie vielleicht sogar deshalb mehr, weil sie sich mit den Themenkreisen und Figuren der Bücher einfacher indentifizieren können ? Wir wissen es nicht definitiv, doch sind sicherlich Geschichten notwendig, in denen Jungen nicht nur die Handlungspersonen sind, sondern, die sich den spezifischen "Probleme" der kleinen Männer annehmen. Jungen sollen immer noch tapfer sein, aber sie dürfen auch zum Beispiel (ohne Scham) kuscheln. Spannende und einfühlsame Geschichten für Jungs findet man in diesem empfehlenswerten Vorlesebuch !
"ES WIRD ALLES ANDERS BLEIBEN" von Valerie Wilson Wesley Ein kurzweiliger Roman um eine schwarze Frau in New Jersey. Die 40jährige Eva wird Hals über Kopf von ihrem Mann verlassen. Die Autorin beschreibt die Entwicklungen im Jahr nach diesem Ereignis - die Geschichte von Eva, aber auch ihres Mannes, von Familie und Freunden. Gefühle ohne Kitsch, sympathische Figuren und eine lebensnahe Handlung, ein tolles Buch.
"DIE UNSCHULDIGEN JAHRE" von Sibylle Mulot ist erschienen im Diogenes Verlag, dessen Buchcover meist seltsame Gemälde zieren. Hält leider eher die meisten Leser davon ab, die Bücher äußerlich ansprechend zu finden. Wer gerne eine unterhaltsame Erzählung liest, die in den frühen, teils noch prüden sechziger Jahren spielt, freut sich über Mulots flüssig zu lesenden Roman. Drei Schwestern im Schwäbischen machen ihre ersten Erfahrungen, mit dem Flirt, den ersten Partys und nebenbei wird die Geschichte der Eltern erzählt, die sich angepasst und "arrangiert" haben. Alles soweit friedlich, bis sich die zwei älteren Schwestern für denselben Mann interessieren...Mimi, die Jüngste, beobachtet ebenso feinsinnig wie fast ironisch. Wer leise, subtile Geschichten liebt, und nicht nur auf den Spannungshöhepunkt wartet, ist mit diesem Roman gut unterhalten. Übrigens: auch für Jugendliche empfehlenswert. Spielt ungefähr in der Jugendzeit Eurer Eltern...
"HIN UND WEG" von Ethan Hawke Wer glaubt, ein Schauspieler könne keine Romane schreiben, der irrt! "Hin und weg" ist das erste Buch von Ethan Hawke und erzählt in seiner jugendlichen Art von dem 20jährigen William und den Höhe und Tiefen seiner ersten Liebe. Schön und traurig, ein junger Mann in New York.
"ABOUT A BOY" von Nick Hornby Ein "reicher Schnösel auf Frauenfang" wird eher unfreiwillig konfrontiert mit einem Jungen, der hartnäckig und immer wieder seine Gesellschaft sucht. Humorvolle Geschichte über Singles, Väter, Mütter und Kinder - typisch britisch.
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